Inwiefern gelingt es Müttern ihren Job, Familienangelegenheiten und Sport in ihren Alltag zu integrieren?

In unserem März-Blog haben wir uns Gedanken gemacht, wie Frauen es im Alltag schaffen ihren Beruf, Familienangelegenheiten und sportliche Aktivitäten miteinander zu verbinden.

Zunächst gehen wir kritisch auf die Rolle der Frau aus gesellschaftlicher Sicht ein. Unsere themenspezifische Betrachtungsweise basiert auf keinerlei wissenschaftlicher Studien. Es handelt sich lediglich um subjektive Einschätzungen unsererseits und zeigt erfahrungsfundierte Gesprächsinhalte auf.

Oftmals hat man den Eindruck, dass das gesellschaftliche Umfeld Perfektion vom weiblichen Geschlecht erwartet. Alles beginnt mit dem jeweiligen Schulabschluss und der beruflichen Findung. Lauscht man den Stimmen anderer, wäre es natürlich erstrebenswert, die allgemeine Hochschulreife zu erklimmen und mit einem Studium sich ein „finanziell besseres Leben“ und Unabhängigkeit zu schaffen – die Karriereleiter in kleineren oder größeren Schritten hinaufzusteigen. Um das tun zu können spielen viele Faktoren eine Rolle. Vielleicht ist es auch der eigene innere Antrieb, der zutreffende Notenabschluss oder der von Haus aus vorliegende finanzielle Puffer etc. Nicht jede Frau ist mit der Sicht anderer auf ihren Beruf geplagt. Wieso sollten wir als Frauen keine Karriere machen können bzw. dürfen?! Sie sollte selber entscheiden können. Es bleibt allein uns überlassen oder wird durch einige oben genannte Faktoren bestimmt. Trotz allem sollte man jedem Beruf den nötigen Respekt entgegenbringen, egal welchen Schulabschluss oder Beruf man als Frau ausübt.

Ein oft diskutables Thema ist der Zeitpunkt des Mutterwerdens. Entweder ist man zu jung Mutter geworden oder zu alt. Steht man kurz vor dem 30. Lebensjahr werden Diskussionen angeschnitten, warum man noch ein kinderloses Dasein pflegt. Hat man doch ein Kind oder Kinder, wird von einem verlangt vor Energie im Alltag nur zu sprudeln. Über schlaflose Nächte wird nicht lamentiert. Hier zählt eine berufliche und private Einsatzbereitschaft zu 100 Prozent. Hat man einen Arbeitgeber der sich empathisch gegenüber der eigenen Mitarbeiterin mit Kindern zeigt, mag alles funktionieren. Hat man einen Job ist es großartig und man kann zum gemeinsamen Familieneinkommen beitragen. Arbeitet man aus familieninterner Sicht jedoch in Vollzeit, ist man zu sehr im Beruf eingespannt. Heutzutage dem Kind ganztätig beim Aufwachsen zuzusehen funktioniert nicht auf Dauer. Wir geben die Kids zur Tagesmutter, in die Krippe, weiterführend in den Kindergarten und zur Schule inklusive Hort und vertrauen auf die Erziehung Dritter. Man eilt von der Arbeit los, um das Kind auch pünktlich von der Betreuung abzuholen. Abends sitzt man vor den zu erledigenden Hausaufgaben des Grundschulkindes und stellt fest, dass man diese mal wieder ohne das Kind gemacht hat. Ein Grund dafür kann sein, dass auch der Nachwuchs nach einem Schultag sich müde zu Bett begibt. Aufgrund von infrastrukturellen Begebenheiten, besonders in den ländlichen Bereichen, wird viel Zeit für die Beschaffung von Lebensmitteln benötigt.

Manche Mütter werden es kennen, wenn die betreuende Einrichtung wieder anruft, um das plötzlich erkrankte Kind möglichst schnell abzuholen. Liegen pro jedem Elternteil zehn Krankheitstage für das Kind über das ganze Jahr zur Verfügung, sind diese meist schon in den ersten Monaten des Jahres aufgebraucht. Wer Glück hat, dem steht die liebe Familie zur Seite, die in der Not einspringt und als Kinderbetreuer fungiert. Manche Familienmitglieder, oftmals die Großeltern, stehen in solchen Situationen über Jahre zur Verfügung. Ihnen gebührt vollster Dank.

Ein weiterer anzumerkender Aspekt ist, dass man als berufstätige Frau mit Kindern auch gleichzeitig das Gefühl hat, stets als attraktive Partnerin aufzutreten. Oftmals geben das Frauen, die sich in einer Beziehung befinden, preis. Dies kann aber nicht immer mit der Berufstätigkeit in Verbindung gebracht werden. Das Negligé befindet sich noch eingepackt im Einkaufsbeutel von vor zwei Monaten. Nach einem harten Arbeitsalltag bleibt kaum Zeit für Zweisamkeit, da man entweder auf der Couch vor dem Fernseher einschläft oder zwischen Aufgaben im Haushalt jonglieren muss. Manchmal hat man Angst vor Besuchen und sucht nach Ausreden, um keinen einzuladen, weil sich zu Hause die Wäscheberge türmen.

Folglich haben wir uns gefragt, ob die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Sport bezogen auf die Frau aus heutiger Sicht möglich erscheint? Wir führen wie gesagt keine wissenschaftliche Studie durch, die dies mit Argumentationen stützen könne. Durchsucht man das Internet nach diesem Thema, lassen sich unzählige Diskussionen und Publikationen ausfindig machen. Auch Britta Seeg‘s hat sich mit diesem Thema in ihrem Buch „Frauen und KarriereStrategien des beruflichen Aufstiegs“ auseinandergesetzt. Im vierten Kapitel zeigt sie dem Leser auf, dass eine Mehrheit der Frauen es als erstrebenswert erachtet, den eigenen Beruf und gleichzeitig die Erziehung des Kindes ohne den beruflichen Druck zu regeln. Oftmals wird die Frau mit Kindern nur in der Rolle der Mutter gesehen. Frauen machen Karriere und bekommen Kinder. Trotz allem wird dem Leser suggeriert, dass die Verknüpfung von Kindererziehung und Karriere auf Kosten der Freizeit geschieht. Dies hat auch Auswirkungen auf den unmittelbaren Freundeskreis. Neben der allgemeinen Nennung der Einschränkung des Freizeitgeschehens im Allgemeinen, fällt aus unserer Sicht insbesondere auch das Thema „Sport“ darunter. Im Grunde lässt sich das vorliegende Thema als sehr kontrovers einstufen, welches vor allem die Frau mit sich selber aushandeln muss.

Schauen wir genauer in die Praxis wird oft klar, dass eine Kombination aus Muttersein und gleichzeitiger beruflicher Tätigkeit oftmals schwer realisierbar erscheint. Dies wird bspw. ersichtlich durch Gespräche unter engen Freunden und durch den erlebten Umgang mit Müttern im Kindergarten. Häufig trauen sie sich gar nicht zu sagen, dass es ihnen schlecht geht. Vielleicht ist es die Angst vor dem gesellschaftlichen Umfeld? Man möchte einfach nicht versagen oder als Rabenmutter gelten. Sehr oft wird vernommen, dass die meisten Frauen ihre Bedürfnisse schlichtweg in den Hintergrund stellen müssen:

„Es ist immer schön, wenn die Kinder da sind. Selbst im größten Stress bin ich froh, sie zu haben. Natürlich nervt es auch, wenn man zu viele Dinge auf einmal zu erledigen hat. Dann bleibt wenig Zeit für sich selbst. Aber ich habe mich für Kinder entschieden und hab auch Unterstützung durch meinen Partner.“ (Romy, 39)

Des Öfteren kann den Gesprächen unter Müttern entnommen werden, dass der Haushalt und die Kindererziehung meist Sache der Mutter ist. Es sollte jedoch angemerkt werden, dass die Entscheidung zu welchem Rollenbild innerhalb der Familie gegriffen wird, schlichtweg eine partnerschaftliche und individuelle Entscheidung sein sollte. Nichtsdestotrotz können sich manche Paare nicht unbedingt für ein Wunschmodell entscheiden, da sie gezwungener Maßen keine andere Option besitzen, z. B. des Einkommens wegen.

Unterhält man sich mit Müttern der Nachkriegsgeneration lässt sich oft in Punkto Zuständigkeit für den Kindererziehungs- und Haushaltsbereich fast kein Unterschied zu heute feststellen. Vordergründig werden die Bereiche im überwiegenden Teil der Frau zugewiesen. Jedoch kann man dieses „traditionelle Familienmodell“ nicht für alle Familien pauschalisieren. Es lässt sich konstatieren, dass meist die Mutter die Managerin des Alltags ist. Ein Kernbestandteil solcher Diskussionen beginnt damit, dass meist die Kinder nach der Geburt auf die Mutter fixiert sind. Befreundete Mütter schilderten ihre Abendroutine mit Kind. Insbesondere fiel auf, dass die Kinder meist lieber von der eigenen Mutter, als vom Vater ins Bett gebracht werden wollten. Um alles gut zu managen ist es wichtig, dass sich beide Partner gemeinsam am Alltag beteiligen. Dies lässt sich auch durch andere Aussagen bestätigen:

„Wir haben schon eine Arbeitsteilung…Das wird aber eher spontan entschieden…Es gibt keinen festen Plan… Ich mache meist mehr im Haushalt und er übernimmt in der Zeit den Kleinen. Und wenn er unterwegs ist, passe ich eben auf unser Kind auf […].“ (Pauline, 26)

Einige Mütter sprachen davon, dass auch der Partner in das Haushaltsgeschehen zu beiden Teilen involviert sei. Besonders der technische Bereich bleibt meist in der Hand des männlichen Geschlechts. Aus heutiger Sicht, sollte auch die Frau sich frei entscheiden können, welchen Beruf sie wählt, Karriere ja oder nein oder wann, ob und wie viele Kinder sie bekommt. Manchmal ist es aus gesundheitlichen Gründen einfach nicht möglich Kinder zu bekommen. Es sollte auch nicht so sein, dass die Mutter gänzlich auf ihre Freizeit verzichten muss, um all ihre Aufgaben wahrzunehmen. Im Grunde sollte es jeder Frau obliegen, wie sie ihr Leben gestaltet. Besonders die alleinerziehenden Mütter haben es in Bezug auf die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und sportlicher Betätigung, schwer. Dies gilt auch für Frauen, deren Partner während der Woche außerhalb arbeitet. Jeder kann sich dazu seine eigene Meinung bilden.

Im nächsten Blog zeigen wir Euch anhand von drei Frauen auf, wie sie den beruflichen und privaten Alltag managen und wie sie Sport in diesen integrieren.

 

Euer FIF- Team